3. Wolff Sport Ultratrail

Vor knapp 14 Tagen fand bereits zum dritten Mal der von Nadine Wolff organisierte Ultralauf über 85km auf dem fränkischen Dünenwanderweg statt.

Es war bereits meine dritte Teilnahme aber dies ist mein erster Bericht über diesen superb organisierten, tollen Lauf.

 Den ersten Anlauf für einen kleinen Erlebnisbericht unternahm ich 2014 während eines Fluges nach New York. Ich hatte schon einige (drölf) Gläser Rotwein intus, als ich mich dazu entschloss einen kleinen Text über den Lauf zu verfassen. Ich klappte mein Laptop auf und fing in 10.000 Meter Höhe an, zu schreiben. Ich schrieb bis die Person vor mir beschloss ein Schläfchen zu machen und ihren Sitz nach hinten klappte. Das Laptop fiel mir in den Schoß, ein voller Becher Rotwein kippte mir auf Hemd und Hose, kleine salzige Knabbereien verwandelten sich in Krümel und verteilten sich um mich herum, meine Beine wurden eingeklemmt und meine Lust zu Schreiben sackte wie das Flugzeug in einem Luftloch plötzlich weg. Resigniert packte ich mein Laptop weg, räumte die Sauerei auf und organisierte mir eine weitere Flasche Rotwein und versuchte ebenfalls ein wenig zu ruhen. So verschwand der erste Blogg  über dem Atlantik.

Im nächsten Jahr, beim nächsten Versuch über den mittlerweile 2. Wolff Sports Ultratrail zu schreiben, saß ich in bester Hipster-Manier mit meinem Tablet bei Starbucks. Fensterplatz mit Blick auf die Einkaufspassage, Venti Latte Macchiato mit Sojamilch. Als Programm verwendete ich die Memofunktion des Tablets. Leider funktionierten auf der Tastatur die Windows Short Cuts nicht und nachdem ich alles mit STRG + A markieren wollte, betätige ich dadurch leider die Löschfunktion und der Bericht verschwand. Ich konnte nur auf eine frühere Version mit den ersten drei Sätzen zurückgreifen. Die ursprüngliche Version war unwiderruflich verloren. Und wie Hemingway es nie geschafft hat, seine Kurzgeschichten, die er in einem Zug in Spanien in seinem Koffer vergessen hatte, wieder zu schreiben, ging auch dieser Blogg verloren.

 Alle guten Dinge sind bekanntlich drei und somit beginnt an dieser Stelle mein Bericht über den 3. Wolff Sports Ultratrail. Heuer hat mich Nadine in die zweite Startgruppe zu den „schnelleren“ Läufern gesteckt. Ich habe mich selber aber nie als einen schnellen Läufer wahrgenommen.

 
Wie jedes Jahr traf ich mich mit Christian Weingartner in Feucht. Wir waren seit dem Laufdebüt 2014 immer gemeinsam auf der Strecke unterwegs. Die Startgruppe der schnelleren Läufer bestand aus insgesamt 6 Läufern.

Die schnellen Läufer starteten um 8:00h

Die Stimmung im Start- Zielbereich war sehr entspannt und gelöst. Nach einer kurzen Inspektion der Startunterlagen und Give Aways und einem kurzen Race-Briefing fiel um 08:00h der Startschuss für die zweite Laufgruppe. Die erste Gruppe war bereits um 06:00 gestartet.

Gelaufen wird der etwa 85km lange fränkische Dünenweg, der durch eine von Sand geprägte Landschaft im Nürnberger Umland führt.

Erste Versorgungsstelle - noch liegen wir gut in der Zeit
 
Von Feucht ging es zunächst über Moosbach nach Brunn zur ersten Verpflegungsstelle. Dort informierte man uns, dass wir 4min schneller waren als die ersten Läufer der Startgruppe um 06:00h. Dies motivierte uns sehr und so ging es nach einem kurzen Aufenthalt schon weiter in Richtung Laufamholz und Schwaig. Leider machte Christian eine Fußverletzung zunehmend das Leben schwer.

Zwischen Kilometer 25 und 32 (VP 2) mussten wir mehrere kleine Gehpausen einlegen. In Rückersdorf an der VP 2 entschied sich Christian schweren Herzens aus dem Rennen auszusteigen.

Zurück blieben der Besenwagen, gelenkt von Christina und ich. Christina ermutigte mich den Anschluss an die letzten Läufer zu schaffen. Andreas war der letzte Läufer, der durch die VP2 gelaufen war. Dies war aber schon einige Minuten her. Ich übergab Christian in die Betreuung seiner Frau und lief weiter. Am Fuß des Moritzbergs hatte ich dann Andreas tatsächlich eingeholt. Wir unterhielten uns beim Aufstieg und beschlossen spontan im Biergarten auf dem Gipfel eine kleine Extrapause für ein Bier einzulegen.

Außerplanmäßiger Boxenstopp auf dem Moritzberg

Nachdem wir einigen Gästen im  Biergarten Fragen zu unserem Erscheinungsbild beantwortete hatten, machten wir uns schließlich wieder gemeinsam wieder auf den Weg.  Die nächste Versorgungstelle war ca. 12 Kilometer entfernt. Zu dritt verflogen Zeit und Kilometer.
 
Bilder © by Film-Foto-Video-Club Schwarzenbruck
Leider stieg auch Andreas bei KM 68 an der 4. Versorgungsstelle aus. Zu diesem Zeitpunkt wollte Nadine mich ebenfalls aus dem Rennen nehmen, da ich schon über 10h unterwegs war und damit bereits über der offiziellen Cut Off Zeit lag. Nach einem kurzen Telefonat mit ihr war auch das geklärt.  Sie gab mir ein Zeitlimit bis 20:30h. Ich ließ Andreas und die Versorgungsstelle zurück und trieb mich noch einmal zu einer Höchstleistung an. Es lagen noch 17km vor mir, die ich in einem Zeitfenster von 90min bewältigen musste. Am Ende benötigte ich ca. 105min und lief ziemlich erschöpft um 20:44h als letzter Teilnehmer durchs Ziel an der Zeidler-Sporthalle.
 

 
Hier wurde ich bereits von meinen heutigen Leidensgenossen und Mitstreitern Christian,  Andreas sowie Nadine und der gesamten Helfer Entourage erwartet.

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